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Inhalt
Bußgeldtabelle Was ist eine Tempo-60-Strecke? Wie lange gilt Tempo 60? Messung & Prüfpunkte Einspruch & Prüfpunkte Rechtsgrundlagen Häufige Fragen
  1. Innerorts
  2. Tempo 60

Innerorts bei Tempo 60 geblitzt: Aktuelle Bußgelder 2026

Update

16.08.2026, 13:58

Sie wurden innerorts auf einer Tempo-60-Strecke geblitzt? Erfahren Sie, welche Strafen der Bußgeldkatalog 2026 vorsieht und warum für Bußgeld, Punkte und Fahrverbot die vorwerfbare Geschwindigkeit nach dem berücksichtigten Toleranzabzug entscheidend ist.

Tempo-60-Strecke innerorts: Beschilderung und Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitung

Innerhalb geschlossener Ortschaften gilt grundsätzlich Tempo 50. Eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h muss deshalb durch ein Verkehrszeichen angeordnet sein. Rechtlich handelt es sich dabei nicht um eine „60er-Zone“, sondern regelmäßig um eine streckenbezogene Geschwindigkeitsbeschränkung mit Zeichen 274. Für die Sanktion ist der im Verfahren zugrunde gelegte vorwerfbare Wert nach Toleranzabzug maßgeblich.

Bußgeldtabelle Tempo 60 innerorts: Strafen 2026

Die folgenden Regelsätze gelten für gewöhnliche Pkw bzw. andere nicht privilegiert oder besonders sanktionierte Kraftfahrzeuge innerhalb geschlossener Ortschaften bei fahrlässiger Begehung. Die erste Spalte zeigt die vorwerfbare Geschwindigkeit nach dem maßgeblichen Toleranzabzug; daraus ergibt sich die Überschreitung gegenüber Tempo 60.

Vorwerfbar Zu schnell
Punkte Fahrverbot Blitzer-Check
bis 70bis 1030 €–Nein–
71–7511–1550 €–Nein–
76–8016–2070 €–NeinPrüfen
81–8521–25115 €1NeinPrüfen
86–9026–30180 €11 Monat**Prüfen
91–10031–40260 €21 MonatPrüfen
101–11041–50400 €21 MonatPrüfen
111–12051–60560 €22 MonatePrüfen
121–13061–70700 €23 MonatePrüfen
über 130über 70800 €23 MonatePrüfen

* Bei einem Bußgeldbescheid fallen nach § 107 OWiG grundsätzlich 5 % der Geldbuße, mindestens 25 €, als Gebühr sowie regelmäßig 3,50 € Zustellauslagen an. Bei einer wirksam angenommenen Verwarnung bis 55 € entstehen keine Gebühren und Auslagen. ** Ein zusätzliches Regelfahrverbot von 1 Monat kommt bei der sogenannten Wiederholungstäter-Regel in Betracht: bereits rechtskräftige Überschreitung von mindestens 26 km/h und innerhalb eines Jahres seit Rechtskraft erneut mindestens 26 km/h zu schnell.

Vorw.Zu vielBGPFV
bis 70bis 1030 €–Nein
71–7511–1550 €–Nein
76–8016–2070 €–Nein
81–8521–25115 €1Nein
86–9026–30180 €11M**
91–10031–40260 €21M
101–11041–50400 €21M
111–12051–60560 €22M
121–13061–70700 €23M
>130>70800 €23M

BG = Regelsatz, P = Punkte, FV = Fahrverbot. * Bescheidkosten nach § 107 OWiG; bei wirksam angenommener Verwarnung bis 55 € keine Kosten. ** Wiederholungstäter-Regel nach § 4 Abs. 2 BKatV.

Was ist eine Tempo-60-Strecke innerorts?

Innerhalb geschlossener Ortschaften beträgt die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Kraftfahrzeuge 50 km/h. Wird durch Zeichen 274 eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h angeordnet, darf auf dem entsprechend gekennzeichneten Streckenabschnitt bis zu diesem Wert gefahren werden. Die StVO stellt ausdrücklich klar, dass durch Zeichen 274 innerorts zugelassene Geschwindigkeiten über 50 km/h für Fahrzeuge aller Art gelten.

Tempo 60 ist damit keine eigene Zone wie eine Tempo-30-Zone, sondern eine streckenbezogene Anordnung. Für die rechtliche Bewertung eines Tempoverstoßes ist deshalb entscheidend, ob das Zeichen für die konkrete Fahrtrichtung wirksam bekanntgegeben war und am Messort noch galt.

Wie lange gilt ein angeordnetes Tempo 60?

Eine streckenbezogene Geschwindigkeitsbeschränkung endet nicht allein dadurch, dass eine Kreuzung oder Einmündung passiert wird. Das Ende wird grundsätzlich durch die dafür vorgesehenen Verkehrszeichen angezeigt. Die StVO nennt insbesondere die Zeichen 278 bis 282. Ausnahmen bestehen unter anderem bei kurzen, auf einem Zusatzzeichen angegebenen Strecken sowie bei Beschränkungen, die zusammen mit einem Gefahrzeichen angeordnet wurden und bei denen sich das Ende der Gefahr aus der Örtlichkeit zweifelsfrei ergibt.

Für Verkehrsteilnehmer, die erst hinter dem ursprünglichen Zeichen auf die Straße einbiegen, kann dagegen gesondert zu prüfen sein, ob und wie die Geschwindigkeitsbeschränkung für sie wirksam bekanntgegeben wurde. Deshalb sollte bei Zweifeln nicht pauschal von einer Fortgeltung oder einem automatischen Ende ausgegangen werden, sondern die konkrete Beschilderung und Fahrtrichtung betrachtet werden.

Messung bei Tempo 60: Was sollte geprüft werden?

Ob eine Geschwindigkeitsmessung verwertbar ist, hängt vom konkreten Messverfahren und der Situation am Messort ab. Typische Prüfpunkte sind:

  • Beschilderung und Geltung: War Tempo 60 für die konkrete Fahrtrichtung wirksam angeordnet und galt die Beschränkung am Messort noch?
  • Messwert und Toleranz: Welcher Rohmesswert wurde erfasst und welcher vorwerfbare Wert nach Sicherheitsabschlag zugrunde gelegt?
  • Messgerät und Einsatz: Wurden die für das konkrete Gerät geltenden Vorgaben, Prüfungen und Bedienhinweise eingehalten?
  • Zuordnung: Ist der Messwert eindeutig dem betroffenen Fahrzeug zugeordnet?

Welche Toleranz im konkreten Verfahren berücksichtigt wird, hängt vom eingesetzten Messverfahren ab. Entscheidend ist der im Bußgeldverfahren zugrunde gelegte vorwerfbare Wert. Mehr zu Geräten und möglichen Prüfpunkten finden Sie im Ratgeber zur Messtechnik.

Einspruch gegen den Bußgeldbescheid: Frist und Prüfpunkte

Gegen einen Bußgeldbescheid kann innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden. Ob ein Einspruch sinnvoll ist, hängt vom konkreten Fall ab; pauschale Erfolgsquoten sind dafür wenig aussagekräftig.

  • Tempolimit und Bekanntgabe: War die Tempo-60-Anordnung sichtbar, wirksam und für Ihre Fahrtrichtung maßgeblich?
  • Messung: Stimmen Messwert, Sicherheitsabschlag, Gerätedaten und Zuordnung zum Fahrzeug?
  • Fahreridentifikation: Ist die fahrende Person auf dem Beweismittel hinreichend sicher identifizierbar?
  • Rechtsfolgen: Wurden Regelsatz, Punkte und ein etwaiges Fahrverbot korrekt eingeordnet, insbesondere bei der Wiederholungstäter-Regel?

Bescheid von einer Tempo-60-Strecke erhalten?

Wenn die Zwei-Wochen-Frist läuft, sollte der Bescheid rechtzeitig geprüft werden. Unsere kostenlose Vorprüfung ordnet Messung, Vorwurf und mögliche Ansatzpunkte ein.

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Rechtsgrundlagen und wichtige Hinweise

Die Beträge des Bußgeldkatalogs sind Regelsätze und gehen im hier relevanten Abschnitt grundsätzlich von fahrlässiger Begehung und gewöhnlichen Tatumständen aus. Voreintragungen, Vorsatz oder besondere Umstände können die Rechtsfolgen verändern.

Maßgeblich sind insbesondere § 3 StVO zur allgemeinen innerörtlichen Höchstgeschwindigkeit, Anlage 2 StVO zu Zeichen 274 und den Aufhebungszeichen, die Tabelle 1 des Anhangs zur BKatV, Anlage 13 FeV für Punkte, § 4 BKatV zum Regelfahrverbot sowie § 67 OWiG zur Einspruchsfrist.


Häufige Fragen zu Tempo 60 innerorts

Was bedeutet „mit 86 km/h bei Tempo 60 geblitzt“?

Wenn 86 km/h bereits die vorwerfbare Geschwindigkeit nach dem berücksichtigten Toleranzabzug ist, liegen 26 km/h Überschreitung vor. Handelt es sich dagegen um den reinen Rohmesswert vor Toleranzabzug, kann die rechtlich maßgebliche Geschwindigkeit niedriger sein.

Ab wann gibt es bei Tempo 60 einen Punkt?

Bei einem gewöhnlichen Pkw innerorts wird eine Überschreitung von 21 bis 30 km/h mit einem Punkt bewertet. Bei Tempo 60 beginnt diese Stufe bei einer vorwerfbaren Geschwindigkeit von 81 km/h.

Ab wann droht bei Tempo 60 ein Fahrverbot?

Bei einem gewöhnlichen Pkw innerorts sieht der Bußgeldkatalog ab 31 km/h Überschreitung ein Regelfahrverbot vor, also ab 91 km/h vorwerfbarer Geschwindigkeit bei Tempo 60. Zusätzlich kann bei erneut mindestens 26 km/h Überschreitung innerhalb eines Jahres seit Rechtskraft einer bereits entsprechenden Entscheidung ein einmonatiges Fahrverbot in Betracht kommen.

Ist Tempo 60 innerorts eine eigene Zone?

Nein. Anders als eine Tempo-30-Zone wird Tempo 60 innerorts regelmäßig durch Zeichen 274 streckenbezogen angeordnet. Entscheidend ist deshalb, ob die Beschränkung für die konkrete Fahrtrichtung wirksam bekanntgegeben war und am Messort galt.

Endet Tempo 60 an der nächsten Kreuzung?

Nicht automatisch. Eine streckenbezogene Geschwindigkeitsbeschränkung wird grundsätzlich durch die vorgesehenen Aufhebungszeichen beendet; daneben kennt die StVO besondere Ausnahmen, etwa bei kurzen ausgeschilderten Strecken oder in Verbindung mit bestimmten Gefahrzeichen. Für neu einbiegende Verkehrsteilnehmer ist die Bekanntgabe gesondert zu betrachten.

Lohnt sich ein Einspruch bei einer Tempo-60-Strecke?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend sind der konkrete Bescheid, die Beschilderung und Geltung der Tempo-60-Anordnung, das Messverfahren, die Zuordnung des Messwerts und gegebenenfalls die Fahreridentifikation. Die Einspruchsfrist beträgt grundsätzlich zwei Wochen ab Zustellung des Bußgeldbescheids.

Eine allgemeine Übersicht aller innerörtlichen Tempoverstöße finden Sie auf der Seite Geschwindigkeitsverstöße innerorts. Galt am Messort stattdessen Tempo 50 oder eine Tempo-30-Zone, finden Sie die passenden Informationen unter Tempo 50 und 30er-Zone.

Rechtsanwalt Andreas Junge
Fachlich geprüft

Andreas Junge

Anwalt für Verkehrsrecht

5,0 über 600 Bewertungen 1.300+ Rechtstipps

Andreas Junge ist Anwalt mit Schwerpunkt im Verkehrsrecht und befasst sich seit Jahren mit Bußgeldverfahren und der Überprüfung von Geschwindigkeitsmessungen. Die Fachredaktion orientiert sich bei den Angaben auf dieser Seite am aktuell geltenden Bußgeldkatalog sowie den einschlägigen Vorschriften zu Punkten, Fahrverbot und Einspruch.

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Bußgeldkatalog des KBA VUT-Studie
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