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Inhalt
Was ist eine Tempo-70-Strecke? Bußgeldtabelle Bis wohin gilt das Limit? Einspruch & Chancen Häufige Fragen
  1. Innerorts
  2. Tempo-70-Strecke

Innerorts in einer Tempo-70-Zone geblitzt – das droht jetzt

Update

29.06.2026, 13:15

Sie wurden innerorts auf einer Tempo-70-Strecke geblitzt? Tempo 70 innerorts gibt es vor allem auf Ringstraßen und autobahnähnlichen Ausfallstraßen. Solange die Strecke innerhalb der Ortsgrenze liegt, gelten die innerörtlichen Bußgeldsätze.

Tempo-70-Strecke innerorts: Beschilderung und Strafen bei Geschwindigkeitsüberschreitung

Was ist eine Tempo-70-Strecke?

Tempo 70 wird innerorts durch ein Streckenverbot (Zeichen 274 mit der Zahl 70) angeordnet. Es gilt entlang der Strecke und endet erst durch ein Aufhebungszeichen, eine andere angeordnete Geschwindigkeit oder am Ortsausgang – nicht automatisch an der nächsten Einmündung.

Innerörtliche Tempo-70-Abschnitte sind typisch für Stadtringe, Tangenten und mehrspurige Ausfallstraßen. Hier wird häufig stationär überwacht, weil die Strecken viel und schnell befahren werden.

Bußgeldtabelle: Tempo-70-Strecke (innerorts)

Da die Strecke innerorts liegt, gelten die innerörtlichen Sätze des Bußgeldkatalogs 2026. Die erste Spalte zeigt Ihre gemessene Geschwindigkeit, die zweite die maßgebliche Überschreitung über Tempo 70:

Gemessen Zu schnell
Punkte Fahrverbot Einspruch
bis 80bis 1030 €–Neineher nicht
81-8511-1550 €–Neineher nicht
86-9016-2070 €–NeinPrüfen
91-9521-25115 €1NeinPrüfen
96-10026-30180 €11 Monat**Prüfen
101-11031-40260 €21 MonatPrüfen
111-12041-50400 €22 MonatePrüfen
über 120über 50ab 560 €2ab 2 MonatePrüfen

* Inkl. 28,50 € Gebühren & Auslagen bei aktivierter Checkbox. ** 1 Monat Fahrverbot für Wiederholungstäter (2× ≥ 26 km/h in 12 Monaten). Maßgeblich ist der Wert nach Abzug der Toleranz (3 km/h bzw. 3 % ab Messwert 100).

GemessenZu vielBGPFV
bis 80bis 1030 €–Nein
81-8511-1550 €–Nein
86-9016-2070 €–Nein
91-9521-25115 €1Nein
96-10026-30180 €11M*
101-11031-40260 €21M
111-12041-50400 €22M
über 120über 50ab 560 €2ab 2M

BG = Bußgeld, P = Punkte, FV = Fahrverbot, * Wiederholungstäter.

In einer Tempo-70-Strecke geblitzt?

Lassen Sie Ihre Messung kostenlos prüfen. Laut einer Verkehrsstudie weisen bis zu 56 % der Bußgeldbescheide Fehler auf – ein Einspruch ist innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung möglich.

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Bis wohin galt das Tempolimit überhaupt?

Auf langen Ring- und Ausfallstraßen mit vielen Einmündungen ist die Geltungsreichweite des Tempolimits ein zentraler Streitpunkt – siehe unten.

Ein angeordnetes Tempolimit – juristisch ein Streckenverbot – endet nicht automatisch an der nächsten Kreuzung oder Einmündung. Es gilt grundsätzlich weiter, auch wenn das Schild danach nicht wiederholt wird. Beendet wird es erst durch eines von drei Ereignissen:

  • ein ausdrückliches Aufhebungszeichen (Zeichen 278),
  • die Anordnung einer anderen Höchstgeschwindigkeit, oder
  • innerorts das Ortsausgangsschild.

Genau hier liegt aber ein wichtiger Einspruchsansatz: Wer ortsunkundig erst nach einer Einmündung auf die Strecke einbiegt und dort kein die Begrenzung anzeigendes Verkehrszeichen mehr passiert, dem lässt sich ein Tempoverstoß oft nicht zweifelsfrei vorwerfen. Wurde das Limit an einer Gefahrenstelle (etwa einer Baustelle) angeordnet, endet es zudem regelmäßig mit dem Ende der Gefahrenstelle, sofern sich das aus der Örtlichkeit ergibt. Ob das Schild am Messort also wirklich noch galt, ist im Einzelfall genau zu prüfen.

Einspruch in der Tempo-70-Strecke: Ihre Chancen

Bei einem Bescheid kommen mehrere Angriffspunkte zusammen:

  • Geltung & Beschilderung: War das Tempolimit am Messort wirksam angeordnet und sichtbar – und galt es dort überhaupt noch?
  • Messung & Toleranz: Wurde die korrekte Toleranz abgezogen? Schon 1 km/h kann Sie unter eine Punkt- oder Fahrverbotsgrenze bringen.
  • Eichung & Bedienung: War das Gerät gültig geeicht und vorschriftsmäßig aufgestellt?
  • Fahreridentifikation: Ist auf dem Foto zweifelsfrei erkennbar, wer gefahren ist?

Welche Messgeräte besonders oft beanstandet werden, lesen Sie im Ratgeber zur Messtechnik.

Häufige Fragen zur Tempo-70-Strecke

Was kostet es, in einer Tempo-70-Strecke geblitzt zu werden?

Das hängt von der Überschreitung ab. Da Tempo 70 innerorts gilt, greifen die innerörtlichen Sätze: von 30 € bei bis zu 10 km/h zu viel bis zu mehreren Hundert Euro mit Punkten und Fahrverbot bei hohen Überschreitungen. Die genaue Höhe sehen Sie in der Tabelle oben.

Ab wann gibt es bei Tempo 70 einen Punkt?

Ein Punkt in Flensburg droht innerorts ab 21 km/h Überschreitung – also ab einer gemessenen Geschwindigkeit von rund 91 km/h bei Tempo 70.

Ab wann droht ein Fahrverbot?

Ab 31 km/h zu viel (gemessen ca. 101 km/h) gilt innerorts ein Regelfahrverbot. Ab 26 km/h kann es Wiederholungstäter treffen.

Bis wohin galt das Tempolimit überhaupt?

Ein Streckenverbot gilt weiter, auch ohne Wiederholung der Schilder – bis zum Aufhebungszeichen, einer anderen angeordneten Geschwindigkeit oder dem Ortsausgang. Wer aber ortsunkundig nach einer Einmündung einbiegt und kein Schild mehr passiert, dem lässt sich der Verstoß oft nicht vorwerfen. Das ist ein häufiger Einspruchsansatz.

Lohnt sich ein Einspruch bei einer Tempo-70-Strecke?

Häufig ja. Neben Mess- und Eichfehlern ist gerade die Frage der Geltung und Beschilderung ein starker Ansatzpunkt. Eine kostenlose Prüfung zeigt, ob sich der Einspruch im konkreten Fall lohnt.

Eine allgemeine Übersicht aller innerörtlichen Tempoverstöße finden Sie auf der Seite Geschwindigkeitsverstöße innerorts. Wurden Sie in einer ausgeschilderten Zone geblitzt? Dann hilft die Übersicht zur 30er-Zone oder bei Tempo 50.

Rechtsanwalt Andreas Junge

Andreas Junge

Anwalt für Verkehrsrecht

5,0 · über 600 Bewertungen über 1.300 Rechtstipps veröffentlicht

Andreas Junge ist Anwalt mit Schwerpunkt im Verkehrsrecht und befasst sich seit Jahren intensiv mit Bußgeldverfahren und der Überprüfung von Blitzermessungen. Die Inhalte dieser Seite werden von unserer Fachredaktion gemeinsam mit ihm auf Basis des aktuellen Bußgeldkatalogs 2026 geprüft.

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