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Inhalt
Messverfahren im Vergleich Poliscan Fm1 / Speed Traffistar S350 Einseitensensor 8.0 Toleranzabzug Messfehler-Check
  1. Messtechnik

Messgeräte im Fehler-Check

Update

09.04.2026, 09:15

Jedes Messverfahren hat spezifische Schwachstellen. Erfahren Sie jetzt, welche Messfehler bei mobilen & stationären Blitzern, wie ESO, Poliscan & Traffistar auftreten können und fordern Sie eine kostenlose Auswertung zu Ihrer Blitzermessung an.

PoliScan Speed

PoliScan Speed

Nutzt modernste LIDAR-Technik für Multitracking. Das System ist jedoch anfällig für Zuordnungsfehler, wenn sich mehrere Fahrzeuge im Messbereich befinden oder die Auswertungsrahmen nicht korrekt sitzen.

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PoliScan FM1

PoliScan FM1

Die Weiterentwicklung des PoliScan Speed. Trotz kompakterer Bauweise bleibt die Problematik der Datenvalidierung bestehen. Messungen können bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder Kennzeichenreflexionen unpräzise sein.

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Traffistar S350

Traffistar S350

Ein Laserblitzer von Jenoptik, der häufig in der Kritik steht. Eine wesentliche Angriffsfläche ist die fehlende Speicherung von Rohmessdaten, was die Überprüfung der Messung durch Gutachter erheblich erschwert.

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ESO ES 8.0

ESO ES 8.0

Arbeitet mit Helligkeitssensoren. Messungen außerhalb der Fotolinie oder Fehlinterpretationen durch Schattenwurf sind bekannte Schwachstellen. Auch hier wird die mangelnde Transparenz der Messdaten oft gerügt.

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Gatso GTC GS 11

Gatso GTC GS 11

Ein kombiniertes System für Radar- und Rotlichtüberwachung. Messfehler entstehen hier oft durch Reflexionen an Leitplanken oder durch einen falschen Aufstellwinkel des Radarsensors zur Fahrbahn.

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VKS 4.5

VKS 4.5

Ein Videosystem zur Abstands- und Geschwindigkeitsmessung. Häufige Fehlerquellen sind menschliche Fehler bei der manuellen Auswertung am PC sowie eine fehlerhafte Kalibrierung der Referenzpunkte auf der Fahrbahn.

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Vergleich der Messverfahren

Messgerät Technologie Hauptfehlerquelle
Traffistar S350 Laser (stationär/mobil) Keine Rohmessdaten
PoliScan Fm1 / Speed LIDAR (Säule/Trailer) Zuordnungsfehler
ESO ES 8.0 Lichtschranke Lichtverhältnisse
VKS 4.5 Video (Brücke) Falscher Aufstellwinkel

PoliScan Fm1 / Speed: Präzision durch LIDAR-Technik

Das Messgerät PoliScan Speed des Herstellers Vitronic ist eine der am weitesten verbreiteten Blitzersäulen in Deutschland. Ob in der markanten Säulenform mit den charakteristischen Ringen oder als mobiler Einsatz – das System nutzt die LIDAR-Technologie (Light Detection and Ranging).

Dabei tasten Laserstrahlen die Fahrbahn ab und erstellen ein Bewegungsprofil aller Fahrzeuge. Die Version mit 4 Ringen ist sogar in der Lage, beide Fahrtrichtungen gleichzeitig zu überwachen. Trotz der hohen technischen Standards ist das Gerät nicht unfehlbar.

Häufige Schwachstellen: Falsche Aufstellungswinkel der Säule oder Störungen durch Reflexionen (z. B. an Leitplanken oder anderen Fahrzeugen im Messfeld) können die Zuordnung des Messwerts zum Fahrzeug verfälschen.

PoliScan-Check

Wurden Sie in einer Kurve oder bei hohem Verkehrsaufkommen geblitzt? Hier lohnt sich die Prüfung der Fotolinie besonders.

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TraffiStar S350: Die Problematik der Rohmessdaten

Der von Jenoptik hergestellte TraffiStar S350 wird oft in sogenannten "Starenkästen" verbaut. Juristisch gehört dieses Gerät zu den am stärksten umstrittenen Systemen in Deutschland. Der Grund: Das Gerät speichert keine Rohmessdaten.

Dies führt zu einer erheblichen Einschränkung der Verteidigungsmöglichkeiten, da Sachverständige die Messung nachträglich nicht mehr mathematisch nachvollziehen können. Mehrere Gerichte haben hierzu wegweisende Urteile gefällt:

VerfGH Saarland (Lv 7/17): Das Grundrecht auf wirksame Verteidigung schließt den Zugang zu Rohmessdaten ein.

AG Heidelberg (17 OWi 540 Js): Messungen können unverwertbar sein, wenn eine Prüfung durch Gutachter unmöglich ist.

ESO ES 3.0 & 8.0: Lichtschranken im Kreuzfeuer

Lichtschrankensysteme wie das ESO ES 8.0 messen die Zeit, die ein Fahrzeug benötigt, um eine definierte Strecke zwischen mehreren Sensoren zu passieren. Sie gelten als sehr genau, sind aber extrem sensibel gegenüber äußeren Faktoren.

Besonders bei starkem Schattenwurf oder Dunkelheit kann es zu Fehlmessungen kommen. Ein zentraler Streitpunkt ist auch hier das Software-Update seit Februar 2020, welches die Speicherung von Hilfsgrößen unterbindet.

Aktueller Freispruch (AG Schleiden):

Das Amtsgericht Schleiden sprach einen Betroffenen am 02.09.2022 frei, da die gezielte Unterdrückung von Rohmessdaten durch den Hersteller gegen den Grundsatz des fairen Verfahrens verstößt.

Toleranzabzug: Das wird 2026 abgezogen

Nicht jede gemessene Geschwindigkeit landet eins zu eins auf dem Bußgeldbescheid. Von dem Messwert wird eine Toleranz abgezogen, um kleine physikalische Ungenauigkeiten der Geräte auszugleichen.

Bei einer Geschwindigkeit von unter 100 km/h werden in der Regel 3 km/h vom Messwert abgezogen. Bei Messungen über 100 km/h beträgt der Abzug 3 % des Messwertes (aufgerundet auf den nächsten vollen Stundenkilometer).

Besonderheit: Bei speziellen Verfahren wie der manuellen Messung durch Laserpistolen oder beim Nachfahren durch die Polizei können die Toleranzen im Einzelfall sogar höher ausfallen.

Beispiel Innerorts

Gemessen: 74 km/h (bei erlaubten 50)
Abzug: -3 km/h (Toleranz)
Vorwurf: 21 km/h zu schnell
Folge: 115 Euro Bußgeld, 1 Punkt.

Beispiel Außerorts

Gemessen: 131 km/h (bei erlaubten 100)
Abzug: 3 % (4 km/h gerundet)
Vorwurf: 127 km/h
Folge: 150 Euro Bußgeld, 1 Punkt, 1 M Fahrverbot für Wiederholungstäter

Spezialverfahren: Laserpistolen & Nachfahren

Neben den vollautomatischen Systemen setzen die Behörden 2026 weiterhin auf manuelle Methoden, die besonders anfällig für Dokumentations- und Bedienfehler sind.

Riegl FG 21-P (Laserpistole)

Da die Messung manuell erfolgt, sind Ziel- und Zuordnungsfehler häufig. Ohne Videobeweis basiert der Vorwurf rein auf dem Protokoll der Beamten. Wir prüfen, ob alle Testmessungen korrekt durchgeführt und dokumentiert wurden.

Nachfahren durch Polizei

Die Polizei misst hier durch Hinterherfahren mit einem geeichten Tacho. Da Abstände und Messstrecken oft nicht den Herstellervorgaben entsprechen, gewähren Gerichte hier oft Toleranzen von 15 % bis 20 %.

Messfehler als Chance für den Einspruch

Studien belegen regelmäßig, dass ein signifikanter Teil der Bußgeldbescheide in Deutschland fehlerhaft ist. Oft lohnt es sich, die Messung genau unter die Lupe zu nehmen, da bereits kleine formelle oder technische Mängel das gesamte Verfahren zu Fall bringen können.

Häufige Fehlerquellen in der Übersicht:

  • Falscher Aufstellwinkel: Ist das Gerät nicht exakt parallel zur Fahrbahn ausgerichtet (Knickstrahlfehler), wird die Geschwindigkeit physikalisch falsch berechnet.
  • Zuordnungsfehler: Befinden sich mehrere Fahrzeuge im Messbereich, kann oft nicht zweifelsfrei bewiesen werden, wer den Blitz tatsächlich ausgelöst hat.
  • Fehlende Eichung: Jedes Messgerät muss über ein gültiges Eichsiegel verfügen. Ist die Eichfrist abgelaufen, ist die Messung juristisch nicht verwertbar.
  • Bedienfehler: Das Messpersonal muss speziell geschult sein. Fehler im Messprotokoll oder fehlende Schulungsnachweise sind klassische Einstellungsgründe.
  • Lichtreflexionen: Reflexionen auf dem Foto oder eine schlechte Bildqualität können die Identifikation des Fahrers unmöglich machen.

Studie zur Fehlerquote

Untersuchungen von Sachverständigenorganisationen zeigen: 56 % der geprüften Bußgeldbescheide weisen Mängel auf.


Bevor Sie das Bußgeld bezahlen oder den Führerschein abgeben, lohnt sich daher immer eine fachmännische Prüfung durch einen Experten.

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Redaktion - Zuschnellgefahren.org

Dieser Beitrag wurde von unserer Fachredaktion in Zusammenarbeit mit unserem Rechtsexperten Andreas Junge erstellt. Wir prüfen die Inhalte regelmäßig auf Basis der aktuellen StVO-Novellen 2026, um Ihnen höchste Transparenz und Rechtssicherheit zu bieten.

Quelle: Bußgeldkatalog (KBA) VUT-Verkehr
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