Mit 49 km/h in der 30er-Zone geblitzt: Strafen 2026
29.06.2026, 07:45
Ihnen werden 49 km/h in einer Tempo-30-Zone vorgeworfen – das sind 19 km/h zu viel. In diesem Bereich bleibt es innerorts noch beim Bußgeld ohne Punkt. Trotzdem lohnt der Blick auf die Beschilderung: Gerade in 30er-Zonen ist sie die häufigste Schwachstelle eines Bescheids.
Vom gemessenen Rohwert werden innerorts pauschal 3 km/h Toleranz abgezogen. Maßgeblich für die Strafe ist der bereinigte Wert von 49 km/h – also 19 km/h über dem Zonen-Limit von 30 km/h.
Bußgeld, Punkte & Fahrverbot bei 49 km/h in der 30er-Zone
Eine Tempo-30-Zone liegt innerorts – es gelten daher die innerörtlichen Sätze des Bußgeldkatalogs 2026. Für 19 km/h zu viel bedeutet das:
| Fahrzeugtyp | Bußgeld | Punkte | Fahrverbot | Einspruch |
|---|---|---|---|---|
| PKW | 70 € | Kostenlos prüfen | ||
| Motorrad | 70 € | Kostenlos prüfen | ||
| PKW mit Anhänger | 160 € | 1 Punkt | Kostenlos prüfen | |
| LKW über 3,5t | 160 € | 1 Punkt | Kostenlos prüfen |
| Typ | Bußgeld | P | FV |
|---|---|---|---|
| PKW | 70 € | – | |
| Motorrad | 70 € | – | |
| Anhänger | 160 € | 1 | – |
| LKW | 160 € | 1 | – |
P = Punkte, FV = Fahrverbot. Zzgl. 28,50 € Gebühren & Auslagen.
Bescheid über 49 km/h in der 30er-Zone erhalten?
Lassen Sie Ihre Messung kostenlos prüfen. Gerade in 30er-Zonen scheitern Bescheide häufig an der Beschilderung – laut einer Verkehrsstudie weisen bis zu 56 % der Bußgeldbescheide Fehler auf.
Zum Blitzer-CheckDie reinen Strafwerte gelten unabhängig vom Streckentyp. Eine allgemeine Übersicht – auch für Tempo 50 – finden Sie auf unserer Seite zu 19 km/h zu schnell innerorts.
30er-Zone oder einzelnes Tempo-30-Schild? Der entscheidende Unterschied
Nicht jedes „Tempo 30" ist rechtlich gleich – und der Unterschied kann über den Einspruch entscheiden:
- Tempo-30-Zone (Zeichen 274.1): Gilt flächendeckend für ein ganzes Gebiet, meist in Wohnvierteln, vor Schulen und Kitas. Die Begrenzung gilt ab dem Zonenschild bis zum ausdrücklichen Zonenende (Zeichen 274.2) – auch um Ecken und Kreuzungen herum, ohne dass das Schild wiederholt werden muss.
- Streckenbezogenes Tempo 30 (Zeichen 274): Ein einzelnes Schild, das nur für den folgenden Straßenabschnitt gilt und nach Kreuzungen grundsätzlich wiederholt werden muss, damit es weiter wirksam ist.
Für Ihren Fall ist das wichtig: Wurden Sie in einer Zone geblitzt, prüfen Anwälte vor allem, ob Zonenanfang und -ende korrekt und sichtbar beschildert waren. Bei einem Einzelschild ist oft die fehlende Wiederholung nach einer Kreuzung der Ansatzpunkt.
Einspruch in der 30er-Zone: Die Beschilderung als Schwachstelle
30er-Zonen sind beim Einspruch besonders dankbar, weil die Anforderungen an die Beschilderung hoch sind. Typische Angriffspunkte:
- Fehlendes oder verdecktes Zonenschild: Ist das Zeichen zugewachsen, verdreht, durch ein Fahrzeug verdeckt oder gar nicht vorhanden, war die Begrenzung an dieser Stelle nicht wirksam angeordnet.
- Unklares Zonenende: Fehlt das Aufhebungszeichen (274.2), kann unklar sein, ob die Zone an der Messstelle überhaupt noch galt.
- Widersprüchliche Schilder: Trifft die Zone auf ein anderes Tempolimit, kann die Anordnung in sich widersprüchlich und damit anfechtbar sein.
- Mobile Messung vor Schulen: Bei den häufigen mobilen Kontrollen in Wohngebieten ist die korrekte Geräteaufstellung und Standortdokumentation oft fehlerhaft.
- Eichung & Messprotokoll: War das Gerät gültig geeicht? Liegen die vorgeschriebenen Test- und Protokolldaten vollständig vor?
Schon ein einziger dieser Punkte kann das Verfahren zu Fall bringen. Welche Geräte besonders fehleranfällig sind, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Messtechnik.
Einspruch & Frist: So gehen Sie vor
Wichtig: 2-Wochen-Frist
Ab Zustellung des Bußgeldbescheids haben Sie nur zwei Wochen, um schriftlich Einspruch einzulegen. Danach wird der Bescheid rechtskräftig.
- Anhörungsbogen: Meist erhalten Sie zuerst einen Anhörungsbogen. Zur Sache müssen Sie nichts sagen.
- Bußgeldbescheid: Danach folgt der Bußgeldbescheid – ab Zustellung läuft die 2-Wochen-Frist.
- Beschilderung dokumentieren: Fotografieren Sie die Messstelle – Zonenschilder, Sichtbarkeit, Zonenende. Das ist in der 30er-Zone Ihr stärkstes Beweismittel.
- Messung prüfen lassen: Lassen Sie Gerät und Protokoll fachlich auf Fehler untersuchen, bevor Sie zahlen.
Häufige Fragen: 49 km/h in der 30er-Zone
Was kostet 49 km/h in einer 30er-Zone?
Für 49 km/h in einer 30er-Zone – also 19 km/h zu viel – sieht der Bußgeldkatalog 2026 für PKW ein Bußgeld von 70 € vor (zzgl. Gebühren).
Gibt es bei 49 km/h in der 30er-Zone einen Punkt?
Nein. 49 km/h sind 19 km/h zu viel – ein Punkt droht innerorts erst ab 21 km/h Überschreitung. Es bleibt beim Bußgeld.
Droht bei 49 km/h in der 30er-Zone ein Fahrverbot?
Nein. Ein Fahrverbot droht innerorts erst ab 31 km/h Überschreitung (bzw. ab 26 km/h für Wiederholungstäter).
Wie viel Toleranz wird in der 30er-Zone abgezogen?
Bei Tempo unter 100 km/h werden pauschal 3 km/h vom Rohmesswert abgezogen. Aus rund 52 km/h gemessen werden so die vorgeworfenen 49 km/h.
Lohnt sich ein Einspruch in der 30er-Zone?
Häufig ja. In Zonen sind die Anforderungen an die Beschilderung hoch – fehlende, verdeckte oder unklare Schilder sowie Eichungs- und Aufstellfehler bei mobilen Messungen machen viele Bescheide angreifbar.
Andere Geschwindigkeiten in der 30er-Zone
Sie wurden mit einem anderen Wert geblitzt? Hier geht es zu den Nachbar-Tempos – oder zur kompletten Übersicht aller 30er-Zonen-Strafen:
Zur kompletten 30er-Zonen-Übersicht
Anwalt für Verkehrsrecht
Andreas Junge ist Anwalt mit Schwerpunkt im Verkehrsrecht und befasst sich seit Jahren intensiv mit Bußgeldverfahren und der Überprüfung von Blitzermessungen. Die Inhalte dieser Seite werden von unserer Fachredaktion gemeinsam mit ihm auf Basis des aktuellen Bußgeldkatalogs 2026 geprüft.